Interview mit Jakob von jakobsjapanisch.de

Jakob von jakobsjapanisch.de, den ich hier auch schon im Blog hatte, war so nett mir ein paar Fragen zu beantworten. Persönlich finde ich es immer sehr motivierend von anderen zu hören, dass der Marathon an Übungen um eine Sprache zu lernen, am Ende von Erfolg gekrönt sein kann.

 

Wie lange hat es gedauert, bis du Japanisch für dich sicher
beherrscht hast?

Damals dachte ich, wenn ich den JLPT geschafft habe, beherrsche ich die Sprache.
Heute bedeutet „sicher“ für mich nicht fließend oder fehlerfrei, sondern dass ich die Sprache für meine Zwecke verwenden kann.
Zwecke wie Lesen, Filme schauen oder mit Freunden reden. Je nachdem, was das Ziel ist.

Ich habe etwa zwei Jahre lang während des Studiums nebenbei Japanisch gelernt – jeden Tag.
Nach dem Studium bin ich in Japan besser zurechtgekommen, als ich dachte.
Ich empfehle, so früh wie möglich zu sprechen, zu lesen oder zu schauen, denn das bringt Sicherheit.

Was war deine Lernstrategie und warum?

Zuerst habe ich Kana aus Neugier gelernt, ohne mich wirklich für die Sprache zu interessieren.
Erst als ich diese konnte, kam mir die Idee, Japanisch überhaupt zu lernen.
Ich hatte damals kein bestimmtes Ziel wie Mangas oder Animes zu verstehen oder für eine Reise zu lernen.
Deswegen nahm ich mir den JLPT 1 vor (damals noch ohne das „N“ vor der 1).

Benutzt habe ich dafür vor allem Vokabel- und Grammatiklisten in Anki, aber auch Filme, Spiele und Chatten auf Sprachportalen.
Masse statt Klasse war mein Motto.

Was würdest du heute anders machen?

Heute lerne ich zielorientierter und mit mehr Tempo – oft als Reisevorbereitung.
Ich möchte so schnell wie möglich ein Level erreichen, mit dem ich Spaß habe.
Dabei stürze ich mich direkt auf Vokabeln und Grammatik – ohne Kurse.

Ich bin immer noch bei Masse statt Klasse, nur fokussiere ich mich jetzt mehr auf das, was ich wirklich können möchte.
Aber ich lasse mich trotzdem nicht von Fehlern oder schwierigen Themen aufhalten.

Für die Motivation nehme ich mir gerne ein Jugendbuch in der Zielsprache und lese es durch.
Die ersten Seiten können Stunden dauern, aber ich merke den Fortschritt sehr direkt, wenn ich nach und nach schneller werde.
Ein fertig gelesenes Buch ist auch ein enormes Erfolgserlebnis, und zeigt, dass sich die Mühe lohnt!

Wie bist du auf die Idee gekommen, so eine hilfreiche Lernseite
kostenlos ins Internet zu stellen?

Tae Kims Guide to Japanese hat mir damals sehr gut gefallen.
Er hat Dinge möglichst einfach erklärt und war damit völlig anders als alle anderen Bücher und Seiten, die ich gefunden hatte.

Gleichzeitig entwickle ich gerne Dinge, sei es Webseiten, Programme oder Spiele.
Dabei habe ich viel Spaß, mir Gedanken über Verständlichkeit, Nutzen und Gestaltung zu machen.

So entstand die Idee meiner Webseite.

Hast du neue Sachen geplant? Wie geht es weiter?

Die Webseite ist ein Hobby – daher mache ich vieles, wie es Zeit und aktuelle Interessen erlauben.
Ich möchte den Kanji-Trainer weiterentwickeln und Grammatikübungen hinzufügen.
Außerdem möchte ich auch neue Dinge ausprobieren, wie ein echtes Buch mit ISBN veröffentlichen oder eine App entwickeln.

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